Chronik der elitären Dorfolympiade 2001

Die Aufwärmphase vor der Dorfolympiade verläuft normal. Das Raunen als wir die Gemeindehalle betreten und das Zucken der anderen Mannschaften als unser Name genannt wird - alles ist normal. Das Bier schmeckt wie immer, die Stimmung ist gut und mit Spannung erwarten wir die erste Station. 15.30Uhr - es geht los!

Erste Station bei Tanja Hallenbad vor der Haustür: Scholzen Schorsch und Tanjas Vater stellen die unmöglichsten Fragen. Niemand hat eine Ahnung, woher das Croissant kommt oder welches Vieh wie viele Federn hat. Wir tun was wir können und raten uns so durch. Den anderen geht es wohl genauso.

Zweite Station an der alten Schule: Fünf durchtrainierte und hochtalentierte Fußballer, die schon alle über 25 Jahre mit dem Ball zaubern, treffen diesen verfluchten Reifen nicht. Ein Drama spielt sich ab. Es endet mit vier mageren Treffern bei 15 Versuchen. Viele Mannschaften schaffen locker mehr als wir. Scheiße! Ein großer Trost für uns: Die Scheinheiligen treffen den Reifen überhaupt nicht.

Dritte Station bei Mayer Vinzenz: Sozusagen ein Heimspiel für Jürgen. Und so war es auch. Abkürzungen sind gefragt. Die leichten wissen alle, die mittelmäßigen wissen nur wenige. Die schweren weiß Jürgen "The Brain". Das Hirn beeindruckt wie jedes Jahr den Rest der Mannschaft. Mit einem guten Gefühl verlassen wir das Flürchen Richtung Drees.

Am Drees angelangt bauen wir geschickt unsere "Wasserleitung" auf. Ausschlaggebender Punkt sind die Riesenpranken von Uwe, der den optimalen Trichter auf unsere "Wasserleitung" bildet. Wir laufen zur Höchstform auf und schaffen 0,5 Liter mehr als die bisherige Bestmarke. Zwei Stubbis runden diese grandiose Station ab.

Der Weg zur nächsten Station durch die Traft ist geprägt von Siegesgedanken und man spürt bereits den Pokal in den eigenen Händen. Im Hintergrund erklingt das Lied "We are the Champions...".

Die Euphorie legt sich schlagartig als es darum geht, an der Bushaltestelle einen popeligen Pfeil zusammenzulegen - Tam Tam oder wie der Mist heißt. Je länger wir probieren desto verkorkster und hektischer wird die Situation. Moskito-Ilse beruhigt die Gemüter. Benelli und Uwe brechen sich einen ab. Heraus kommt tatsächlich ein Pfeil - nur leider ist so ein blödes Stippchen übrig. "Gibt das wenigstens ein paar Punkte?" fragen wir. Die trockene Antwort von Ilse: "Nein!" Am Boden zerstört und fast auf allen Vieren trotten wir Richtung Hauptschule.

Sechste Station: GetränkewarteundmitdemkomischenDingfahrstation! Hier kanne man sich mit den anderen Mannschaften austauschen, wie es bisher so gelaufen ist. Fast alle haben den Pfeil - nur wir nicht! Und die Doofen nicht! Unsere Fahrleistung mit dem komischen Ding ist so la la. 13ter Platz an dieser Station. Wo soll das noch hinführen?!? Nach "kurzem" Aufenthalt geht's zum Pfarrhaus.

An Station sieben läuft es ganz gut. Zwei megahübsche Stationsleiterinnen und Lieder, die wir fast alle kennen, nur die ganz aktuellen Hits machen uns etwas Probleme. Eigentlich denken wir, wir wären auch hier vorne dabei. Später stellt sich leider heraus, dass an dieser Station mehrere Mannschaften alles wissen. Somit ist das gute Gefühl, das wir haben, ganz einfach falsch.

Vor der letzten Station wissen wir, dass nur ein sehr gutes Abschneiden an der Gemeindehalle die Chance auf eine Olympiamedaille möglich macht.

Dort angekommen begutachten wir den Parcours. Irgendwie haben alle einen Gedanken: "Den Klappstuhl kann jemand anderes aufbauen". Nachdem sich schnell alle ihr Teilstück ausgesucht haben, stellt Jürgen entsetzt fest: "Unn öch soll dä Stohl obbouen, wa!?!" Genau so ist es. Benelli startet mit dem Bobbycar und Jürgen durchtaucht förmlich den Tunnel zum ominösen Klappstuhl. Es würde jetzt zu weit führen, jeden Handgriff von ihm zu erklären, aber es wird deutlich, warum sich alle darum gedrückt haben. Es wäre wohl allen von uns so ergangen. Dass Uwe am Schluss den ganzen Tunnel abräumt, rundet diese Station irgendwie ab.

Nun ist uns klar, dass wir niemals unter den Topmannschaften dieses Jahres sein würden.

Siegerehrung:

Normalerweise kocht die Stimmung bei Siegerehrungen so bei Platz eins, zwei oder drei über. Nicht so bei der diesjährigen Siegerehrung. Die Halle bebt schon bei Platz elf. Das soll einer verstehen.

Congratulation Destruction Derby

 

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