Abfall von der Lichtgestalt zur grauen MausBei der diesjährigen Dorfolympiade der kurzen Wege — es war die kürzeste Strecke in der 14-jährigen Geschichte — erreichten wir wieder nur einen Platz im vorderen Mittelfeld. Nach Rang 9 im Vorjahr war es nun ein 10. Platz.
Die Favoritenrolle hatten wir in diesem Jahr sowieso nicht. Dafür hatte neben unserem Vorjahresergebnis Christoph alias Uli Hoeneß mit seiner Maria-Mäddys-Fusion schon im Vorfeld der Veranstaltung gesorgt. Optisch wollten wir in diesem Jahr natürlich auch etwas bieten, so dass wir unsere Elite-Kollektion der gesamten Dorfolympiaden trugen, d.h. (fast) jeder hatte ein anderes T-Shirt an, was aber außer Orga-Günter keinem auffiel. Schade! Es begann Erfolg versprechend, denn schon als vierte von insgesamt 22 Mannschaften startend zeigten wir an der ersten Station vor der Gemeindehalle, mit welcher Technik man am schnellsten zehn leere Stubbikisten von A nach B bringt, ohne den Boden zu berühren. Alle nach uns kommenden Teams konnten uns dabei zusehen, übernahmen unsere elitäre Vorgehensweise und unterboten unsere Zeit meist sogar noch. An der zweiten Station auf dem Spielplatz galt es, einen Tennisball auf einem Metallring liegend, der seitlich von daran befestigten Schnüren gehalten wurde (für jeden Olympioniken eine), über einen Hindernisparcours zu tragen, ohne dass er auf den Boden fiel. Hier versagten wir total. Wir waren viel zu langsam und trotzdem fiel die Filzkugel sieben Mal(!) runter. Ein Debakel deutete sich an! Als nächstes waren Kulturdenkmäler unserer Verbandsgemeinde zu erraten. Auch hier wussten wir nicht alles, aber insgesamt lagen wir sicherlich nicht sooo schlecht. Ein ähnliches Ergebnis dürften wir beim Sandsackwerfen erreicht haben. Es musste ein kleiner, mit Sand gefüllter Luftballon über eine Wand auf eine auf dem Boden liegende Holzplatte, die in mit unterschiedlichen Punktzahlen versehene Rechtecke unterteilt war, geworfen werden. Anzumerken ist, dass die Kampfrichterinnen Helga und Michaela sehr streng mit uns waren und wir nicht mit allen Entscheidungen einverstanden waren, wenn der Sandsack mal auf einer Begrenzungslinie landete. Bei Thömmes Dieter kam eine Aufgabe, die uns auf den Leib geschneidert war. Nachdem wir im letzten Jahr beim Erkennen von Gewürzen schon keine Ahnung hatten, erging es uns nun beim Abschätzen von Kohlehydraten- und Kalorienmengen nicht besser. Es wurde einfach ins Blaue hinein geraten. Ergebnis offen! Bei Harry Lenzen hieß es dann "Dalli klick", was wir — im Gegensatz zu den meisten anderen Teams — noch aus Kinderzeiten mit Hans Rosenthal kannten. Allerdings waren die hier gezeigten Personen damals noch keine Berühmtheiten. Ein sehr schönes Spiel, bei dem besonders Udo mehrmals glänzen konnte. Die VIPs auf dem letzten Bild wollten wir eigentlich gar nicht erkennen, aber einem von uns rutschte dann doch die Antwort "Günter und Ralli" raus. Diese Angeber! An der siebten Station mussten wir "googeln". Wer vor kurzem "Schlag den Raab" gesehen hatte, wusste worum es geht. Aber wir hatten leider keinen Raab-Fan in unseren Reihen. Es waren fünf kurze Wörter (Ball, Hund, Haus, Fuß und Auto) vorgegeben, die man beliebig ausdehnen konnte. Dann wurden sie in die Internet-Suchmaschine von Google eingegeben und die Anzahl der Treffer wurde notiert. Ziel war es, möglichst wenige Treffer zu haben, wobei bei null Treffern aber die Punktzahl 3.000.000 aufgeschrieben wurde. Und dies war unser Verhängnis. Während wir bei den ersten beiden Wörtern ca. 6.000 bzw. 10.000 Treffer hatten, was nicht super, aber doch okay war, gab es dann dreimal null, also insgesamt 9.000.000! Die letzte Station fand dann wieder auf dem Dorfplatz statt, wo das A-Team die eigentlich geplante Aufgabe — mit vier Personen gleichzeitig auf 3 Skiern zu gehen — im wahrsten Sinne des Wortes zu Sturz gebracht wurde. Die Bindung bei Michel riss und es musste ein neues Spiel her. Dies war unser Glück, denn beim Ringe werfen erzielten wir unseren einzigen Stationssieg und hielten dadurch das Debakel in Grenzen. So wurden wir bei der Siegerehrung als Elftplatzierter aufgerufen (nachträglich auf Platz zehn korrigiert), womit zwei Teilziele erreicht wurden: ein Platz in den Top Ten und immerhin zwei Plätze besser als Les Beaus. Großer Jubel gab es aber nicht nur bei uns, auch die Platzierung von "Uli Hoeneß" und seiner eingekauften Topmannschaft "Die scheinheiligen Mäddys" nur auf Platz sieben war eine gewisse Genugtuung. Man darf gespannt sein, welche personellen Konsequenzen dies nach sich zieht. Am Ende wurde es äußerst spannend. Die ersten drei waren nur durch jeweils einen Stationsplatzierungspunkt voneinander getrennt. Nach der Siegerehrung wurde viel diskutiert und gehetzt, wobei sich bei Letzterem besonders Vize-Frank hervorgetan hat. Teaminterne Aussprachen der Elite-Truppe haben dazu geführt, dass Jürgen auf Drängen des Teamchefs sein weiteres Mitwirken zur Verfügung gestellt hat und bereits dabei ist, ein neues Team auf die Beine zu stellen, mit dem mehr als ein neunter oder zehnter Platz drin ist. Letztendlich aber war der ganze Tag wieder sehr unterhaltsam und schön. Die Top-Organisation von Günter und Ralli mit ausgeglichenen Spielen und Chancen für alle haben ebenso dazu beigetragen wie das Traumwetter. Nur die Traumplatzierung gab es für uns dieses Mal leider nicht. Wir können uns mit dem neuen Pokal noch nicht richtig anfreunden, aber im nächsten Jahr gibts einen neuen Anlauf. Bis dann... |
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